Das Waisenhaus

Das Waisenhaus "Holy Family Childrens Home" in Barut / Nakuru, Kenia

Nakuru liegt im Nordwesten Kenias, etwa 160 km von der Hauptstadt Nairobi entfernt und hat ungefähr 280 000 Einwohner. 2008 wurde die indische Schwesternkongregation der „Society of the Helpers of Mary“ vom damaligen Bischof der Diözese Nakuru gebeten, ein Kinderheim im Dorf Barut ca. 10 km außerhalb von Nakuru zu übernehmen.
Derzeit leitet Schwester Alphonsa dieses Kinderheim, das aus zwei unterschiedlichen Häusern besteht.

Die schulpflichtigen Kinder (ca. 60) leben in einem Haus, in dem streng nach Mädchen- und Jungenaufenthaltsorten getrennt wird, im „Big Children’s Home“.
Die meisten Kinder können dank des Einsatzes von Sponsoren eine Privatschule besuchen, die ihnen gute Möglichkeiten für einen erfolgreichen Einstieg in einen Beruf oder in ein Studium ermöglicht. Nur wenige besuchen eine staatliche Schule in Nakuru.

In einem zweiten Haus, dem „Little Children’s Home“, das erst im April 2011 eröffnet wurde, leben die Babys und Kleinkinder. Die Anzahl (derzeit 15) kann sich täglich ändern, da die offizielle Stelle für Waisen und verwahrloste Kinder oft mit einem Anruf neue Kinder zuweist.
Die Kinder werden aufgefunden, zurückgelassen oder abgegeben. Sie sind traumatisiert, verwahrlost und hungrig.
In Kenia gibt es unendlich viele junge Mütter, oftmals vergewaltigt, immer unversorgt. Da bleibt ihnen oft nur, das Kind sehr früh „abzugeben“… Auch kleinste Kinder der Mütter, die über Jahre eine Gefängnisstrafe verbüßen müssen, werden aufgenommen und liebevoll gepflegt.

Schwester Alphonsa und zwei weitere Schwestern aus Indien werden bei ihrer Arbeit im Heim der Kleinsten von drei kenianischen Frauen unterstützt, die jeweils 12-Stunden-Schichten absolvieren. Diese Frauen leisten schwerste Arbeit: Sie waschen, wickeln, füttern, trösten, spielen mit den Kleinen, erziehen sie, beziehen immer wieder die Betten neu und waschen die Schmutzwäsche mit der Hand (eine Waschmaschine, Strom und Wasser sind zu teuer).

Es ist unschwer vorstellbar, wie viele Höschen, Hemdchen, etc. jeden Tag gewaschen werden müssen, da mit Stoffwindeln gearbeitet wird.
Mitglieder des Bartholomäus-Gesellschaft e.V. fliegen jedes Jahr auf eigene Kosten nach Kenia und Äthiopien, um die Projekte zu besuchen und zu erkennen, wo weiterhin geholfen werden muss. Notwendige Anschaffungen werden dann mit Hilfe deutscher Spender getätigt und ohne Zusatzkosten auf direktem Weg weitergeleitet. Finanzielle Zuwendungen gehen ohne Abzüge an die Schwestern vor Ort.

Sowohl in Äthiopien als auch in Kenia sind die Schwestern auf finanzielle und materielle Hilfe von Spendern angewiesen, da das Mutterhaus in Indien, wegen des herrschenden Rechtes in diesen Staaten, keinerlei Unterstützung leisten darf.